Zöliakie- bzw. Sprue-Diagnostik


Anti-Gliadin-sIgA-Bestimmung aus dem Stuhl
Zöliakie (oder auch einheimische Sprue) ist eine chronische Dünndarmerkrankung, die durch Glutenunverträglichkeit hervorgerufen wird. Die für die Zöliakie typische Zottenreduktion der Dünndarmmukosa wird durch eine toxische oder allergische Reaktion auf die hochmolekularen Glutenproteine ("Klebereiweiß”) aus Weizen-, Hafer-, Roggen- und Gerstenmehl in der Nahrung ausgelöst, die durch eine Schleimhaut mit erhöhter Permeabilität leichter aufgenommen werden.

Die Symptome der Sprue können in allen Lebensabschnitten beginnen und werden in der Kindheit unter der Diagnose Zöliakie zusammengefaßt. Bei der Zöliakie des Kindes und der einheimischen Sprue des Erwachsenen handelt es sich klinisch und pathogenetisch um die gleiche Erkrankung.

Im Krankheitsverlauf entstehen schwere morphologische und funktionelle Veränderungen des Resorptionsepithels im Dünndarm. Makroskopisch verplumpen die Zotten; in fortgeschrittenen Stadien wirkt die Oberfläche völlig glatt. Die starke Reduktion der Resorptionsfläche und die zusätzlichen Funktionsstörungen des verbliebenen Epithels (Verlust der Bürstensaumenzyme) führen zu einem Malabsorptionssyndrom. Die Folgen des Nährstoff-, Vitamin- oderSpurenelementdefizits führen zu einer Vielzahl weiterer Symptome. Insbesondere bei der latenten Sprue des Erwachsenen können die unspezifischen Symptome (Müdigkeit, Durchfälle, Reizdarmsymptomatik, Krämpfe, Ödeme etc.) die Diagnose erschweren.


 Verboten, da glutenhaltig:    

 Weizenbrot, Kuchen, Keks, Roggen, Teigwaren (Nudeln, Gerste, Spätzle), Grieß

 Zusammengesetzte Nahrungsmittel, Fleisch- und Gemüsekonserven,Trockensuppen,     Pralines                                            

 Fett:
 Anfänglich begrenzen (20 - 30g/Tag), möglichst MTC-Fette (Ceres-Öl, Ceres-Margarine), Milchpulver (Biosorbin)

 Eiweiß:
 Anfänglich Vorsicht mit Milch und Milchzucker, da Lactoseintoleranz möglich.

 Zusätzlich:
 Anfänglich intravenöse, dann orale Zufuhr von Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamine, Folsäure.
                                                         
Zur Diagnostik wird das Anti-Gliadin-sIgA im Stuhl bestimmt. Der Vorteil dieser Untersuchung ist, dass der Patient sich nicht zwingend einer Biopsie des Dünndarmes unterziehen muss. Der Wert für das Anti-Gliadin-sIgA liegt beim Gesunden unter 100 U/l Stuhl. Im Falle einer Erhöhung des Zöliakie-Markers ist eine glutenfreie Diät einzuhalten.

Die Untersuchung kostet 29,73 € (1-facher Satz GOÄ).


 Verbotene Nahrungsmittel

     Alle Nahrungsmittel, die aus Weizen, Roggen oder Gerste hergestellt sind oder
     diese enthalten.
     Mehl aus diesen Getreidesorten
     Weizenkeime
     Paniermehl
     Teigwaren, wenn nicht glutenfrei
     Backwaren, wenn nicht glutenfrei
     Pudding- und Cremepulver
     Gefüllte Schokolade (Mars, Bounty, Milky Way, Smarties, etc.)
     Eis und Eispulver
     Ovomaltine
     Kaffeeersatz
     Müsli
     Fertige Salatsoßen
     Malzextrakte
     Bier
     Fertigsuppen
     Fertigsaucen, Saucenwürfel und -pasten
     Brotaufstriche in Büchsen und Tuben
     Fleischkonserven in Saucen
     Fischkonserven in Saucen
     Gemüsekonserven in Saucen
     Leberwurst, Blutwurst, Hackbraten, Cordon bleu, gefüllte Kalbsbrust
     Käsesorten: Roquefort, Gorgonzola und Blauschimmelkäse


Erlaubte Nahrungsmittel

    Reis
    Mais
    Hirse
    Corn-flakes
    Popcorn
    Maisstärke
    Glutenfreies Spezialmehl
    Reine Weizenstärke
    Kartoffelmehl
    Sojamehl
    Kastanienmehl
    Sago
    Tapioka
    Glutenfreie Teigwaren
    Brot und Backwaren aus glutenfreiem Mehl
    Gemüse und Früchte
    Milch und Milchprodukte
    Glutenfreies Eis
    Pudding und Cremepulver ohne Gluten
    Alle Käsesorten ausser den oben Genannten
    Eier
    Butter
    Pflanzenöl
    Pflanzenmargarine
    Alle Fleischsorten, Wurstwaren ohne
    Glutenzusatz
    Alle Fischsorten unpaniert ohne Mehl
    Fischkonserven ohne Zusatz (Thunfisch, Sardinen und Sardellen in Öl)