

Der Spulwurm kommt in fast allen Teilen der bewohnten Welt vor, so auch in Deutschland. Er lebt im Dünndarm, wird etwa bleistiftdick, hat eine weißlich-rötliche Farbe und kann eine Länge von etwa 20 cm (Männchen) bis zu 40 cm (Weibchen) erreichen.
Die Infektion erfolgt über die Aufnahme larvenhaltiger Eier mit kontaminierter Nahrung, z. B. verunreinigter Kopfsalat. Die direkte Übertragung Mensch/Mensch ist nicht möglich.
Die jungen Parasiten werden im Dünndarm frei, gelangen über die Darmwand in die Mesenterialvenen, von wo aus sie zur Leber gelangen (Larvenstadium 3). Von hier aus gelangen sie über das rechte Herz in die Lunge. Vom 4. - 7. Tag nach Infektion (p. i.) werden die L3 in der Lunge beobachtet, wo sie in die Alveolen eindringen und zu einem röntgenologisch erkennbaren, flüchtigen eosinophilen Infiltrat führen.
Hier erfolgt auch die Häutung zu L4. Diese wandern über die Bronchien zur Trachea, werden aufgehustet, abgeschluckt (etwa Tag 8 p. i) und gelangen so erneut in den Dünndarm, wo sie sich im Jejunum festsetzen.
Nach weiteren 25 - 30 Tagen und vollzogener Häutung wächst die Larve zum geschlechtsreifen Wurm heran. Etwa 1,5 - 2 Monate nach der Infektion erscheinen die ersten Eier im Stuhl (Präpatenz). Ein weiblicher Wurm legt täglich etwa 200 000 Eier ab.
Die Würmer können den Analausgang aktiv verlassen, gelegentlich werden sie auch erbrochen oder können auch einmal über die Nasenlöcher nach außen gelangen.
Die mit dem Stuhl ausgeschiedenen Eier können infolge der sehr widerstandsfähigen Schale im Erdboden u. U. über Monate entwicklungsfähig bleiben. Im Ei entwickelt sich temperaturabhängig in etwa 1 - 7 Wochen eine Larve. Vorraussetzung dafür ist Sauerstoffzutritt. Die adulten Weibchen leben etwa 1 - 1,5 Jahre. Eine stärkere Bluteosinophilie muß stets den Verdacht auf Befall mit Askariden (und anderen Würmern) wecken. Bei einem Askaridenbefall werden die höchsten Eosinophilen-Zahlen kurz nach der Lungenwanderung der Larven (Löfflersches Lungeninfiltrat), noch vor Ablauf der Präpatenz, beobachtet, d. h. zu einem Zeitpunkt wo diese Würmer noch keine Eier produzieren können. Gesichert wird die Diagnose, abgesehen von einer gelegentlichen Feststellung abgegangener Würmer, durch den Nachweis der Eier im Stuhl.
Vor einer mikroskopischen Beurteilung werden die Eier zunächst aus dem Stuhl mit speziellen Verfahren angereichert. Sie sind meist oval (60 x 40 µm) und im typischen Fall umgeben von einer bräunlichen gebuckelten Hülle, manchmal auch hüllenlos. Frisch abgelegte, befruchtete Eier (Regelfall) enthalten eine große, runde Eizelle und zahlreiche Granula. Unbefruchtete Eier sind etwas länger (90 x 60 µm), mit großen stark lichtbrechenden Tröpfchen im Innern. Die Hülle ist meist dünner, zum Teil sind sie mehr oder weniger stark deformiert.
Die Symptome bei Askaridenbefall beginnen mit dem oben beschriebenen eosinophilen Lungeninfiltrat. Gelegentlich werden Fieber, Pneumonien und Husten beobachtet. Es treten uncharakteristische Beschwerden auf, wie Übelkeit, Leibschmerzen und andere abdominale Erscheinungen. Liegt ein stärkerer Befall vor, kommt es zur Enteritis, es besteht die Gefahr von Darmverschluß. Nüchternerbrechen am Morgen ist charakteristisch.
Für die Therapie stehen die Wirkstoffe Mebendazol und Pyrantel zur Verfügung. Ein neueres Breitbandhelminthikum enthält den Wirkstoff Albendazol.
Literatur: Mehlhorn,H. et al.: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen. Fischer-Verlag, 2. Auflage. 1995
Piekarski, G. in Burkhardt, F.; Mikrobiologische Diagnostik, Thieme-Verlag, 1992