Schwermetalldiagnostik

Das Labor Schiwara (042120720) bietet als Diagnosesystem die gaschromatographische Bestimmung des Gesamtgehaltes im Blut für Quecksilber, Kup­fer und Blei an. 

Eine Vielzahl von Metallen findet sich in der Umwelt, in Stäuben, im Wasser oder als Schadstoffeintrag im Boden. Die medizinische Bedeutung von Metallen ist je nach Metall und Belastungsgrad unterschiedlich einzuschätzen. Die Aufnahme von Schwermetallen belastet das Immunsystem. Neben der Auslösung von Allergien und Pseudoallergien ist insbesondere die Beeinflussung des darm-assoziierten Immunsystems zu nennen. So konnte für Edelmetallegierungen aus dem zahnärztlichen Bereich ge­zeigt werden, dass die Metallausscheidung im Stuhl umgekehrt proportional mit der sIgA-Sekretion korrelierte. Ebenso zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Zahnfüllungen und der Häufigkeit intestinaler Hefebesiedelungen.

Quecksilber:

Vor allem quecksilberhaltige Zahnfüllungen sind in den letzten Jahren in Verruf gekommen. Amalgam ist eine Legierung aus elementarem Quecksilber, Kupfer, Silber, Zinn und Zink. In einer Amalgam-Füllungen können bis zu 1000 Milligramm Queck­silber stecken. Das Schwermetall wird zum einen durch Korrosion und Abrieb, zum anderen durch Verdampfen, frei. Außerdem führen zahn­ärztliche Eingriffe - wie insbesondere das Entfern­en der Füllungen - zur Freisetzung von Queck­silber. Ver­schlucktes, metallisches Quecksilber wird wenig resorbiert und größtenteils mit dem Fäces wieder ausgeschieden. Das dampfförmige Queck­silber dagegen wird zu rund 80 Prozent in der Lungen resorbiert und physikalisch im Blut gelöst. Wie weit Quecksilber aus Amalgam zur Gesamtbe­lastung des Menschen beiträgt, ist strittig: einige Autoren halten Amalgam für die bedeutendste Quelle, andere für vernach­lässig­bar, verglichen mit der Quecksilber­auf­nahme durch Nahrungs­mittel, wie insbe­sondere manche Seefische. Das Metall verursacht Zell- und Gewebeschäden, in­dem es freie Sauer­stoff­radikale induziert. Die Läsionen ähneln denen einer Vitamin-E-armen Ernährung. Außerdem löst Quecksilber durch Komplexbildung mit vielen Enzymen eine Enzym­hemmung aus. Quecksilber greift das Immunsys­tem an, da Quecksilberionen immunkompetente Zellen beeinflussen. Sie unter­drücken die zellu­läre Immunantwort und schwä­chen so das ge­samte Immunsystem, so dass krankmachende Pilze (wie Candida), Viren und Bakterien ein leichtes Spiel haben. Zudem erhöht der schwer­metall­verursachte Spuren­element­mangel die In­fekt­an­fälligkeit und inaktiviert maßgeblich die intrazellulären Proteasen der Makrophagen (vgl. Escape-Ver­halten).

Kupfer:

Der tägliche Kupferbedarf liegt unter 0,1 mg/kg. Über die Nahrung nimmt der Mensch 2 bis 5 mg Kupfer pro Tag auf. Die Toxizitätsschwelle liegt bei mindestens 25 mg für gastrointestinale Sym­ptome. Das Metall greift in den Eisen­stoff­wechsel ein und ist Bestandteil verschiedener Oxidations-enzyme des Organismus. Aus neu verlegten Wasserleitungen lösen sich leicht Kupferionen und gelangen so ins Trinkwasser. Die Konzentra­tion ist besonders hoch, wenn das Wasser über Nacht in den Rohren steht. Hierdurch entsteht durch das Trinken dieses Wassers eine starke Kupferdepotbildung im Organismus. Dies ist be­sonders interessant, da Kupfer bei Schwermetall-Belastungen die Schä­den noch potenzieren kann. Die Folgen einer chronischen Kupferexposition können Ablage­rungen in der Lunge, Fibrose, Le­berzirrhose und Kupferdermatitis der Handflächen und Fußsohlen sein. Außerdem schlägt ein chro­nischer Kupfer­überschuss auf Gehirn und Leber. Er bewirkt Zinkmangel und damit verbunden eine Schwäch­ung des Immunsystems.

Blei:

Die wichtigste Bleiquelle des Menschen ist die Nahrung. Besonders hohe Bleikonzentrationen lassen sich in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Gemüse oder Getreideerzeugnissen nachweisen. Ebenso können Hausinstallationen aus Blei zu hohen Konzentrationen des Metalls im Trinkwasser führen. Bei saurem pH-Wert des Trinkwassers sind im Standwasser Werte von bis zu 400 µg Blei pro Liter möglich. Die chronische Vergiftung zeigt sich durch neurologische Sym­ptome, wie Nausea, Tremor, Kopfschmerzen und Schwindel. Vergiftete klagen über chronisch rezi­divierende Schmerzen und allgemeine Schwäche. Außerdem entwickeln sich unter chronischer Blei-belastung Anämien sowie Magen- und Duodena­lulzera und die Lebensdauer der Erythrozyten ist verkürzt.