Labordiagnostik bei Reizdarmsyndrom


Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes. Bei zahlreichen Patienten, die sich mit krampfartigen Bauchschmerzen, Obstipation und/oder Durchfall in den Arztpraxen vorstellen, läßt sich keine organische Erkrankung feststellen.

Es handelt sich um eine sogenannte funktionelle Darmstörung, bei der sich keine  Veränderung der Organstruktur als Ursache für die Beschwerden nachweisen läßt. Oftmals treten diese erstmals nach einerakuten gastrointestinalen Erkrankung auf. Da das Spektrum der Symptome sehr weit ist, geht man derzeit von mehreren ursächlichen Pathomechanismen aus, die variabel miteinander kombiniert auftreten können. Diskutiert werden:

1. Besiedelung mit pathogenen Keimen, virulenten Hefen und Helicobacter pylori, die u. a. maßgeblich zu einer drastischen Abnahme des sIgA-Spiegels führen. Für den Helicobacter-Nachweis steht seit kurzem ein Stuhltest zur Verfügung, ebenso wie für das sIgA.

2. Diese Abnahme des sIgA führt zu einer erhöhten Antigen-Pinocytose und zu einer Zunahme der allergischen enteralen Reaktion auf Nahrungsmittel. Diese Nahrungsmittelallergien können bei uns im Labor durch einen serologischen IgG- und Leukozytentest diagnostiziert werden.

3. Pankreasinsuffizienz (Elastase-1 im Stuhl).

4. Latente Übersäuerung des Pischinger Raumes.

Dem Behandler stehen labormedizinisch inzwischen moderne mikrobiologische und enzymatische Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um die Probleme näher einzugrenzen. Allergien gegen Nahrungsmittel maskieren Symptome ebenso wie Enzymdefekte oder Toxinbelastungen. Auch die Rolle der Psyche darf bei diesen Erkrankungen nicht außer acht gelassen werden.
Wurde entsprechend sorgfältige und differenzierte Labordiagnostik durchgeführt, stehen den Behandlern heute verschiedene ganzheitliche Therapie, wie z. B.

Keimeradikation

Stuhlnosode in toto nach Dr. Hauss,

sIgA-Stimulation,

Regulation des Säure-Basen-Haushaltes  und ganzheitliche Ernährungsumstellung nach dem Rotationsprinzip,

zur Verfügung, die dem Patienten wieder ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.