

Patientenberatung:
Die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Kost sollte langsam erfolgen.
Da mit den diätetischen Maßnahmen keine Soforteffekte zu erzielen sind, müssen eingenommene Abführmittel zunächst weiter verordnet und dann allmählich ausschleichend abgesetzt werden.
Der Patient sollte darüber informiert sein, daß es zu Beginn einer Kostumstellung zu Abdominalbeschwerden mit vermehrtem Völlegefühl und Blähungen kommen kann, die meist nach ca. 1 Woche verschwinden.
Ballaststoffreiche Lebensmittel sollten regelmäßig gegessen werden.
Ballaststoffreich sind:
- Brot
Roggenbrot, Vollkornbrot, Roggenschrotbrot (z. B. Pumpernickel, Schlüterbrot), Weizenvollkornbrot, Weizenschrotbrot (Grahambrot), Vollkorntoastbrot, Vollkornknäckebrot, Vollkornknusperbrot, Sojabrot, Sonnenblumenkernmehlbrot, Mehrkornbrot, Leinsamenbrot, mit Kleie angereicherte Brote.
- Nährmittel
Vollkornschrot, Vollkorngrütze, Vollkorngraupen, Vollkornflocken, Vollkornmehl, Getreidekörner, Vollkornteigwaren, ungeschälter Reis, Sojamehl, Keimlinge.
- Backwaren
Vollkornkuchen, süßes und pikantes Vollkorngebäck, Vollkornzwieback, Früchtebrot.
- Gemüse
alle Sorten, besonders getrocknete Hülsenfrüchte, Spinat, Sellerie, Mais, Rosenkohl, Broccoli, grüne Erbsen, Bohnen, Lauch, Rote Rüben, Rot-, Weiß- und Wirsingkohl, Kresse, Pellkartoffeln.
Günstig ist eine Zubereitung als Rohkost (ausgenommen Hülsenfrüchte und Kartoffeln).
- Obst
alle Sorten, besonders Trockenobst (Zucker- und Energiegehalt beachten!), Beeren.
- Nüsse, Samen
Mandeln, Kokosnuß, Nüsse, Sesamsamen, Mohn, Leinsamen (Fett- und Energiegehalt beachten!)
- Sonstiges
Speisekleie (Flocken, Tabletten, geröstete und knusprige Kleie), Müsli-Mischungen, Johannisbrotmehl, Guarkernmehl, Pektine.
Beim Einsatz von Fertigmüslimischungen ist auf die Zusammensetzung zu achten. Viele enthalten einen hohen Zuckeranteil. Auch sollte der Ballaststoffanteil deklariert sein. Sinnvoll ist es, Müslimischungen selbst herzustellen. Der Verzehr von Lebensmitteln mit Milch- und Fruchtsäure fördert die Darmtätigkeit ebenfalls.
Von entscheidender Bedeutung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die mindestens 1,5 - 2 l pro Tag betragen sollte.
Will oder kann ein Patient seine bisherige Ernährung nicht umstellen, so kann Kleie gegeben werden. Die Kleiezufuhr sollte stufenweise, beginnend mit 5 g pro Tag auf maximal 15 g pro Tag gesteigert werden. 1 El = 5 g Weizenkleie enthält ca. 2,5 g Ballaststoffe. Kleie darf nur mit reichlicher Flüssigkeit, etwa 150 ml/El verzehrt werden.
Tagesplanbeispiel für eine ballaststoffreiche Kost mit 45 g Ballaststoffen
Frühstück Bst [g] kKcal
100 g Roggenvollkornbrot 205 7,7
10 g Butter 78
20 g Honig 6
20 g Aprikosenkosenkonfitüre 50
Zwischenmahlzeit
150 g Joghurt, fettarm, mit 1,5% Fett 80
40 g Kölln Feinschmecker Müsli 158 2,2
Mittagessen
150 g Schweinefleisch, Filet 261
200 g Möhren (Karotten, Mohrrüben) 50 6,9
15 g Butter 116
10 g Weizenmehl, Type 405 34 0,4
200 g Kartoffeln 140 5,0
Zwischenmahlzeit
100 g Roggenvollkornbrot 205 7,7
10 g Margarine (reich an
ungesättigten Fettsäuren) 75
120 g Banane 110 2,4
Abendessen
100 g Roggenvollkornbrot 205 7,7
10 g Margarine 75
50 g Tomaten 10 0,9
30 g Bierschinken 75
30 g Edamerkäse, 30% Fett i. Tr. 80
150 g Kopfsalat 16 2,3
10 g Safloröl (Diestelöl) 92
10 g Zitronensaft (frisch gepresst) 3
Salz, Pfeffer
Spätmahlzeit
120 g Apfel 66 2,8
_______ _____
2244 46
Eiweiß 84 g (15%), Kohlenhydrate 276 g (49 %), Fett 89 g (36%)
Bst = Ballaststoffe
Bitte einschränken:
Vermeidbare Zucker, wie: übermäßig Konfitüren, Schokolade, Konfekt, zuckerhaltige Speisen, z. B. Kuchen, Torten, Kekse. Zu meiden sind ballaststoffarme Lebensmittel, wie Weißmehlprodukte, zuckerhaltige Lebensmittel sowie große Mengen an Fleisch, Wurst, Fisch und Käse, außerdem stopfende Lebensmittel wie starker Schwarztee, Kakao, mit Kakao hergestellte Lebensmittel und Rotwein.