

Unmittelbarer noch als das Verdauungssystem ist die Haut das Kontaktorgan und Grenzschicht zwischen Innen und Außen. Als physikalische und psychische Barriere garantiert sie die Individualität und Unversehrtheit jedes Menschen. Auch die physische und psychische Ausscheidungswirkung der Haut ist bedeutsam.
Seelische Konflikte und somatische Erkrankungen können über die Haut ein Ventil suchen.
Die naturheilkundliche Therapie berücksichtigt daher neben körperlichen Verbindungen auch die enge Beziehung zu Abgrenzungsfragen und psychischen Konflikten. Hauterkrankungen sollten nicht unterdrückend oder symptomatisch, sondern möglichst ausleitend oder kausal behandelt werden.
1. Akupunktur
Haut und Haare zählen in der TCM zum Funktionskreis Lunge-Dickdarm. Außer Hautkarzinomen und Psoriasis sind alle Hauterkrankungen der Akupunktur gut zugänglich. Es kommen besonders die sogenannten "Stoffwechselpunkte" zum Einsatz: B54, 58, N2, 6, Le 13, Di 2, 3, 4, MP 6, B13 (Sedierungspunkt), L 5-7.
2. Allergietestung
Folgende diagnostische Methoden stehen zur Verfügung: Bioelektrische Funktionsdiagnostik, Kinesiologie, Pricktestung, Epicutantestung, Bestimmung des spezifischen IgE (RAST-Test), Reibetest, Bestimmung des sekretorischen IgA (Speichel, Stuhl - Labor Dres. Hauss). Kreuzreaktionen (Pollinosis = Nahrungsmittelallergie) unbedingt beachten!(Vergleiche auch Seminarskript Nahrungsmittelallergie (1998).
3. Atemtherapie
Hauterkrankungen, besonders Allergien und psychogen (mit-)bedingte Dermatosen können sich im Laufe der Atemtherapie nach Middendorf positiv verändern, jedoch sind symptomorientierte Indikationen allein kein Anlaß für eine Therapie. Wichtige Voraussetzungen für eine sinnvolle Behandlung sind die Fähigkeiten des Patienten zur Selbstreflektion und die Bereitschaft, Verantwortung für die Krankheit zu übernehmen.
4. Ausleitende Verfahren
Wie alle Naturheilverfahren stellen die ausleitenden Verfahren ein ganzheitliches Behandlungsprinzip dar, ihre adjuvante Anwendung bei Hauterkrankungen ist häufig sinnvoll. Hyperämisierung und Verbesserung von Stoffwechsel und Trophik der Haut durch Trockenschröpfung, immunstimulierende, lymphdrainagierende und toxinausleitende Wirkung durch Baunscheidtverfahren, Cantharidenpflaster,
Autonosodentherapie (Fa. Mentop, Georg-Ohm-Str. 6, 24837 Schleswig, Tel. 0 46 21/95 960), Eigenharntherapie nach Holzhüter, Colon-Hydro-Therapie.
5. Autogenes Training
Mit dem autogenen Training lassen sich funktionelle Veränderungen an der Haut herbeiführen, insbesondere lassen sich durch die Wärmeübung eine Erhöhung der Hauttemperatur um mehrere Grad, durch Schwere- und Wärmeübung eine Herabsetzung des elektrischen Hautwiderstandes bei psychischer Erregung erreichen sowie durch Kältesuggestionen Schmerzempfindungen oder Juckreiz herabsetzen (z. B. bei chronischen Ekzemen, Neurodermitis).
6. Bach-Blütentherapie
Der Gemütsstimmung entsprechend anwenden - besonders bewährt bei vielen funktionellen und psychosomatischen Hauterkrankungen (Glanznagel: Heather, Rock Rose, Stilettonagel: Holly, Impatiens, Cherry Plum)
7. Bioresonanz-Therapie
Einzeln oder in Kombination mit anderen Verfahren, besonders zur Diagnose und Therapie von Allergien hilfreich, "Löschen" von hypergischen Reaktionsebenen.
8. Diäthinweise
Die Diät sollte sich nach dem Ergebnis der Allergietestung richten (Karenz). Zusätzlich sollte eine Untersuchung der Darmflora erfolgen. In der Diät sollten pestizid- und schwermetallarme Nahrungsmittel eingesetzt werden. (Spezifische Diätempfehlung durch das Labor Dres. Hauss).
9. Eigenblutherapie
Als umstimmende und immunstimulierende Maßnahme bei entzündlichen Hauterkrankungen verschiedener Genese oft bewährt.
9a) Eigenbluttherapie zur Anwendung bei Hauterkrankungen z. B. Ekzeme, Neurodermitis, Psoriasis, Allergien (Beispiel)
10. Externe Therapie
Eine Wohltat für die stark entzündete Haut sind kalte, feuchte Umschläge mit Kompressen unter Zusatz von:
a) physiologischer Kochsalzlösung oder
b) Flor. Malvae 75,0
Rhiz. Tormentillae 25,0
M. f. spec.
2 Eßlöffel auf 1 Liter Wasser als Abkochung, abkühlen lassen, feuchte Umschläge durchführen
(Rezeptur nach F. Weis).
oder
c) Rp. (nach Dr. med. Körfgen)
Aerosil 10,0
Aqua dest. ad 100,0
S. für feuchte Umschläge
Durchführung der Umschläge:
In die vorbereitete Flüssigkeit werden entweder Mullkompressen (10 - 12 Lagen übereinander, von denen die untersten zwei beim Wechsel des Umschlages auf der Anwendungsfläche verbleiben) oder, noch besser, gewaschene, ältere Leinwandstücke evtl. auch eine frisch gebügelte Serviette, eingetaucht und gering ausgedrückt und auf die nässende Ekzemfläche aufgelegt. Wichtig und entscheidend ist, daß etwa alle 5 Minuten, später halbstündlich, die Pflegeperson oder der Kranke selber die Mullkompressen neu anfeuchtet.
Kann ein solch rascher Wechsel nach einiger Zeit, z. B. zur Nacht nicht mehr durchgeführt werden, verbleibt die betreffende Ekzemstelle unbedeckt und wird mit Zinköl eingerieben:
Rp.
Zinci. oxyd. 40,0
01. Oliv. ad 100,0
M. D. S. Zinköl
Anstelle von Zinköl kann die auch auch mit Ungt. leniens sine aqua rosarum dünn eingefettet werden.
Grundsätzlich gilt bei nässenden, hoch entzündeten Ekzemen: Feucht auf feucht!!!
Das Wirkprinzip der Umschläge besteht darin, daß durch die Wasserdampfabgabe Verdunstungskälte entsteht, die zu einer Kontraktion und Abdichtung der oberflächlichen Hautkapillaren führt. Dadurch wird weiterer Serumaustritt verhindert und die Hautoberflächen trocknen rasch ab. Ein weiterer Vorzug besteht in dem für den Patienten angenehm kühlenden Effekt.
- Keine Kamillenextraumschläge (verstärkt die Hautreize!)
Bei Superinfektion:
- feuchte Umschläge mit Rivanol (1 Tbl./1 l Wasser)
- Bäder mit Kaliumpermanganat. Dosis: Bis sich das Wasser rosa färbt, oder Gentianaviolett
(Haut: 0,25%, Schleimhaut: 0,1 %)
- bei generalisiertem akutem Ekzem lauwarme Bäder (35 - 38 °C) + 1 kg Bolus alba crudum
- bei Rötung, Schwellung und Hitze: Kühlpaste
Rp.
Calc. carbon.
Zinc. oxydat.
Ol. ini.
Aq. calc. aa 7,5
oder Rasierschaum!
- bei nässenden Arealen: Lotio Hermal, lindert auch den Juckreiz und kühlt.
Je chronischer ein Ekzem ist, desto fetthaltiger sollte die externe Zubereitung sein: 5 - 10 % Rhinzinusvaseline, Okklusionsfolientechnik anwenden, Ureata Harnstoffsalbe), eventuell Parfenac, Rescue Remedy Salbe (Bach-Therapie).
11. Heilfasten
Gute und nachhaltige Ergebnisse bei Akne und anderen seborrhoischen Erkrankungen, z. T. auch bei Neurodermitis.
12. Homöopathie
Dermatosen sind eine Domäne der Homöopathie. Konstitutionelle Therapie anstreben. Tritt im Laufe einer homöopathischen Behandlung ein Hautausschlag auf, so ist dies nach Hahnemann/Hering als ein positives Zeichen in Richtung Heilung zu werten, da der Krankheitsprozeß von innen nach außen geleitet wird.
Potenzierung: C- und LM-Potenzen haben sich neben den D-Potenzen auch hier sehr bewährt, insbesondere Hochpotenzen (cave: Erstverschlimmerung). Potenzen individuell und gemäß den eigenen Erfahrungen wählen.
I. Die Wahl des Mittels z. B. bei Lokalisation einer Dermatose immer wieder an derselben Stelle:
Kopf, Lider:
Homocent 106
Gehörgang:
Sulfur Homobion S
Achselhöhle:
Psorinum Homobion + Sepia
Homobion F16 (Mischung!)
Haargrenze:
Natrium muriaticum D 15
Oleander D6
Tellur D6
Abergang
Haut/Schleimhaut:
Petroleum D6
Acidum nitricum Homobion S
Analregion:
ecale Homobion S + Sulfur
Homobion S (Mischung!)
hinter den Ohren:
Homocent 106
a) Haut verdickt, lichenfiziert, Rhagaden-Schuppenbildung
Graphites Homobion A6, Ranunculus Homobion S
b) Hyperkeratosen
Graphites Homobion A6, Ureata Harnstoffsalbe S
c) Wechselbeziehung zwischen Haut und anderen Organen
c1) Ekzem = Asthma
Sulfur Homobion S, Arsenicum Homobion S
c2) Ekzem = Rheuma
Dulcamara Homobion S
II. Interne Behandlung von Dermatosen:
a) trockene, schuppende Haut
Arsenicum D12
b) rauhe Haut,verbunden mit Brennen, Kälteempfindlichkeit, innere Unruhe, Verschlimmerung bei
Nacht/nach Mitternacht
Arsenicum
Homobion S
c) Juckreizverschlimmerung bei Wärme
Kalium arsenicosum D12
d) trockene, heiße Haut nachts:
Casticum
Homobion S
Sulfur Homobion S
13. Colon-Hydro-Therapie
Diese Therapie wirkt massiv entsäuernd. Sie leitet Toxine aus und wirkt immunstimulierend. Außerdem wird die Resorptionsleistung der Darmschleimhaut verbessert. Die Wirkung wird durch Mutaflor-Suspension verstärkt.
14. Stimulation des mukosaassoziierten Immunsystems (sIgA): Es gibt nichts besseres als E. coli Stamm Nissle 1917! Die IgA-Stimulation in der Mundhöhle erfolgt mit Suspension.
15. Mikrobiologische Therapie:
Sehr häufig günstige Beeinflussung von allergischen Hauterkrankungen, Pollinosis, Neurodermitis und Akne. Auch bei anderen Hauterkrankungen ist eine mikrobiologische Diagnostik (besonders zum Ausschluß einer intestinalen Candidose) empfehlenswert.
16. Nosodentherapie (bei pathogenen Darmkeimen)
Die Nosodentherapie ist eine Weiterentwicklung des Grundsatzes der Homöopathie ("similia similibus curentur" - Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt).
Nosoden sind Arzneimittel, welche nach Vorschrift des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) aus Krankheits- und Stoffwechselprodukten von Mensch, Tier, Mikroorganismen oder Viren hergestellt werden können. Die Bezeichnung "Autonosode" besagt, daß das Ausgangsmaterial für die Nosode vom
Patienten selber stammt. Dabei wird gewährleistet, daß das individuelle Kranheitsgeschehen erfasst wird. Die Wirkung einer Autonosode wird als die eines Katalysators angesehen, der einen reaktionsschwachen Organismus aktivieren und seine Abwehrkräfte mobilisieren kann. Die Einsatzmöglichkeiten von Autonosoden sind vielfältig. Sie können bei allen Erkrankungen, denen gestörte immunologische Prozesse und Intoxikationen zugrunde liegen, eingesetzt werden. Häufig sind die Autonosoden der Schlüssel bei bislang therapieresistenten Fällen; sie ermöglichen die Aufhebung von Blockaden und damit eine erfolgreiche Therapie. Die Einzigartigkeit der Erkrankung eines jeden Patienten erfordert eine individuelle Anfertigung der Nosoden (Autonosoden der Fa. Mentop, Schleswig).
Wer braucht Autonosoden?
Chronische oder häufig rezidivierende Erkrankungen lassen auf eine gestörte Regulation im Körper schließen. Mit Autonosoden können Reize/Impulse für eine Ausleitung störender Faktoren bzw. für eine Umstimmung des Organismus gesetzt werden. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder stellen Autonosoden, die von erfahrenene Therapeuten eingesetzt werden, einen wichtigen Therapieansatz im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung dar. Zumeist werden Dilutionen verabreicht, jedoch können für Kinder oder Alkoholabstinenzler auch Globuli angefertigt werden.
Das Immunsystem ist in der Naturheilkunde von zentralem Interesse. Viele Erkrankungen sind auf Störungen im Immunsystem zurückzuführen. Durch qualitativ schlechte Ernährung fehlen dem Körper oft wichtige Nährstoffe, so daß z. B. Zellen der Abwehr in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. Geschädigte Schleimhäute sind durchlässiger und anfälliger für Schadstoffe und Allergene, so dass das Immunsystem damit übermäßig belastet wird. Da die Reaktionen des Immunsystems keine momentanen Reaktionen sind, sondern das Verhalten der Abwehr auf längere Sicht festlegen, können derartige Fehlreaktionen Folgen für die Gesundheit haben. Zu den immunologisch bedingten Erkrankungen zählen sowohl Allergien als auch Autoimmunreaktionen z. B. das atopische Ekzem (Neurodermitis), Pollinosis (Heuschnupfen), der rheumatische Formenkreis, chronische entzündliche Darmerkrankungen u. a. m. (ISF-Kit der Fa. Mentop, Schleswig).
17. Ordnungstherapie
Das Kontaktorgan Haut kann durch zuviel Kontakt überbelastet sein oder der Abwehr zu enger Beziehung dienen. Fragenbereich für die psychologische Diagnostik:
Kontaktaufnahme und Enge der mitmenschlichen, besonders sexuellen Beziehungen. Behutsamer Beginn der Behandlung mit zunächst distanzierten, nicht zu persönlichen Methoden. Gerade, wenn man eine frühkindliche Traumatisierung vermutet, hat es wenig Sinn, dies dem Patienten mitzuteilen, solange er es nicht selber spürt.
18. Orthomolekulare Medizin
Bei vielen Hauterkrankungen sind 40 mg Zink/Tag, Vitamin-A-Substitution und Selen erforderlich.
19. Physikalische Therapien
Hauptziele: Linderung des Juckreizes, Hautpflege, Verbesserung der Hautdurchblutung und vegetative
Umstimmung. Schwerpunkte Hydrotherapie (Bäder mit Zusätzen), Phototherapie (Helio- und UV-Therapie) und Balneotherapie (Nord-Ostsee, Totes Meer).
20. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
Kann adjuvant bei psychosomatisch bedingten Erkrankungen zur Minderung von Anpannung und Unruhe hilfreich sein, z. B. bei Neurodermitis und anderen pruriginösen Hauterkrankungen.
21. Reflexzonentherapie am Fuß
Bei Urtikaria, Neurodermitis und sonstigen Ekzemen betonte Behandlung der Hintergrundzonen Endokrinium, Solarplexus, Leber, Pankreas, Dünndarm, Milz, Nieren. Dosierung: Nach Verlauf i. d. R. 2 - 3 mal in der Woche 20 - 25 Minuten, 6 - 12 Sitzungen.
22. Säure-Basen-Diagnostik und Therapie:
Es sollten pH-Messungen des Stuhles erfolgen, um die Basen-Puffer-Kapazität abzuklären (Grundregulation). Ein Verdacht auf Basen Defizit ergibt sich bereits unter einem pH-Wert von 7. Die Therapie verfolgt eine Milieuregulierung im Intestinum durch Verbesserung des Säure-Basen-Quotienten.
Pankreasinsuffizienz beachten (Pankreatische Elastase-1, Labor Dres. Hauss).
23. Staphylococcus-aureus-Nosode
(Labor Dres. Hauss und Fa. Mentop)
Staphylococcus aureus ist das verursachende mikrobiologische Agens einer bekannten Komplikation beim atopischen Ekzem, nämlich dem impetiginisierten atopischen Ekzem. Daneben kommt Staphylococcus aureus jedoch eine zweite tragende Rolle in der Auslösung bzw. Unterhaltung ekzematöser Hautveränderungen zu, und zwar als Stimulus für entzündliche Hautreaktionen, die über Exotoxine und Superantigenwirkung besitzende Enterotoxine erfolgen (Abeck et. al., 1997).
Neuer Therapieansatz in der Behandlung der Neurodermitis:
Auto-Nosode/Vaccine aus Staphylococcus aureus
Häufige Komplikationen beim atopischen Ekzem: Impetiginisierung, eitrige Superinfektion
Verantwortlicher Keim: hauptsächlich Staphylococcus aureus
(selten: Herpes-Viren, Pityrosporum ovale)
Folgen der Staphylococcus aureus-Infektion: Unterhaltung bzw. Auslösung ekzematöser Hautveränderungen
Trigger-Effekt: Stimulation entzündlicher Hautreaktionen und Histamin-Ausschüttung über Exotoxine (Superantigene)
Therapieansatz: Toxinausleitung und Umstimmung mittels oraler Staphylococcus aureus-Nosode/Vaccine
Der Weg zur speziellen "Staph-Autonosode/Vaccine" bei Neurodermitis:
Hautabstrich von befallenen Bereichen
Einsenden der Probe an das Labor Dres. Hauss
(Versandmaterial dort erhältlich)
Anzüchtung
Diagnostik
Staphylococcus aureus +++
Weiterleitung zur Herstellung einer oralen Auto-Nosode/Vaccine
(Fa. Mentop, Schleswig)
Toxinausleitung
Umstimmung
24. Zusätzlich
Regulationsstörungen zuerst behandeln, besonders Herdgeschehen ausschließen (z. B. Zähne, Eierstöcke, Tonsillen, Blinddarm, Neuraltherapie).
Den Sonderdruck zur Neurodermitis können Sie hier herunterladen.