IgG4 Nahrungsmittelscreening


Diagnostik der 20 häufigsten IgG4-vermittelten Nahrungsmittelintoleranzen

Reaktionen und Symptome nach dem Essen gehören zu den am häufigsten von Patienten beklagten Symptomen. Sie können im Abdominalbereich auftreten in Form von Schmerzen, Missempfindungen, Meteorismus, Völlegefühl oder wiederkehrenden Diarrhöen.

Es können aber auch Beschwerden auftreten, die den Verdacht auf völlig andere Erkrankungen lenken, wie z. B. Muskel- und Gelenkschmerzen, chronische Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebsschwäche, Kopfschmerzen oder Migräne. Bei Kindern können sich Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die durch unverträgliche Nahrungsmittel hervorgerufen werden können.

Bei den Nahrungsmittelreaktionen sind die Typ-I-Allergien die am besten untersuchte Gruppe. Hier bildet der Körper IgE-Antikörper gegen bestimmte Lebensmittel, die an Mastzellen binden und bei Allergenkontakt zur Freisetzung der Mediatorsubstanzen wie Histamin führen.

IgE kommt beim Gesunden nur in sehr geringen Mengen vor, Die Bildung wird über das sogenannte TH1/TH2-System reguliert. Bei einem erhöhten Gesamt-IgE und Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie, empfiehlt sich die Untersuchung spezifischer IgE-Antikörper gegen Nahrungsmittel (siehe S. XX).

Die Nahrungsmittelunverträglichkeit (IgG- bzw. IgG4-vermittelt) unterscheidet sich grundsätzlich von der Nahrungsmittelallergie, die durch IgE-Antikörper vermittelt wird.

Mehr als 40% der Europäer leiden an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sie verursacht unterschiedliche Symptome. Teilweise ähneln sie den Symptomen einer Allergie und werden leider oft als Nahrungsmittelallergien bezeichnet, obwohl die dafür verantwortlichen Parameter nicht nachzuweisen sind. Die Symptomatik äußert sich in erster Linie auf der Haut, aber auch im Gastrointestinaltrakt und an anderen Organen, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer betroffen sind.

Unter die Intoleranzen fallen z. B. die Unverträglichkeit von Laktose (Enzymdefekt), die Reaktionen auf in der Nahrung enthaltenes Histamin oder Tyramin oder auch toxische Reaktionen bei dem Verzehr von Fisch. Bei der Zöliakie (Sprue) handelt es sich um eine gluteninduzierte Enteropathie.

Eine IgG4-Untersuchung ist dann zu empfehlen, wenn Allergiesymptome vorliegen, aber das Gesamt-IgE nicht erhöht ist.

Frühreaktionen sind meistens IgE-vermittelt und treten innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach Aufnahme des entsprechenden Nahrungsmittels auf. Reaktionen, die später als 2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten, werden als Spätreaktionen bezeichnet. Unter Umständen können zwischen den Symptomen und der Nahrungsmittelaufnahme, Tage bis Wochen liegen. Die Interpretation der Symptomatik wird dadurch erschwert.

Weit verbreitet sind Allergietests mit allergenspezifischen IgE-Antikörpern und sogenannte Prick-Tests.

Insbesondere bei Spätreaktionen versagen diese  Nachweismethoden oft. In vielen Fällen, in denen eine positive Anamnese einem negativen Hauttest oder IgE (RAST) -Test gegenübersteht, ist die Bestimmung spezifischer IgG-Antikörper bzw. IgG4-Antikörper angezeigt. Das spezifische IgG oder IgG4 ist relativ neu in der in-vitro-Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die IgG-Antikörper sind die am längsten im Plasma zirkulierenden Immunglobuline. Ihre Bedeutung für die Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (hervorgerufen durch die Ablagerung von Immunkomplexen) ist seit langem unumstritten. Moderne ELISA-Verfahren ermöglichen hier eine rechtzeitige Früherkennung

Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit

Die in der Regel zellulär vermittelten Reaktionen zeichnen sich durch ein diffuses Beschwerdebild ohne klaren Zusammenhang zwischen Allergenaufnahme und klinischer Symptomatik aus. Meist geht den klinischen Manifestationen eine chronische Antigenexposition voraus. Besonders häufig werden gerade solche Nahrungsmittel nicht vertragen, die täglich gegessen werden. Enterale Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten rufen oft eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmmukosa mit hervor (Leaky-Gut-Syndrom). Dadurch können Eiweißbestandteile der Nahrungsmittel leichter ins Blut gelangen und eine Sensibilität gegen diese Nahrungsmittel begünstigen. Dieses Problem tritt oft schon im Kindesalter mit der Aufnahme von Kuhmilchproteinen auf. Die Regeneration der Mukosa kann nur dann erfolgen, wenn die unverträgliche Nahrung gemieden und verträgliche angeboten wird.

Der Nachweis von nahrungsmittelspezifischen IgG- bzw. IgG4-Antikörpern durch ELISA-Verfahren wird in den letzten Jahren von vielen Allergologen in den USA als Screening-Methode bei Verdacht auf eine enterale Allergie durchgeführt. Da die IgG-Reaktion generell als physiologische Immunantwort auch auf Nahrungsmittelantigene zu verstehen ist und auch der gesündeste Darm geringe Mengen unverdauter Nahrungspartikel durchlässt, kommt es grundsätzlich zu humoralen IgG-spezifischen Immunreaktionen.

Da die ELISA-Methode nicht nur zum qualitativen Nachweis von spezifischen Proteinverbindungen (Immunkomplexen) dient, sondern auch zur quantitativen Beurteilung von Antikörpertitern hervorragend geeignet ist, kann man nach der Definition eines physiologischen Hintergrundtiters eindeutig Überhö­hungen differenzieren.

Solche überhöhten Antikörpertiter gegen Nahrungsmittel sind ein Ausdruck der erheblichen Mukosadurchlässigkeit und der Schwächung der Mukosa-Abwehr. Sie sind oft eine zusätzliche mögliche Ursache verschiedener chronischer und/oder funktionell eingestufter Krankheitsbilder.

Anzumerken ist, dass nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien bei Patienten unter fünf Jahren selten vorkommen. Hier ist allein die Bestimmung spezifischer IgE-Werte sinnvoll.

Bei folgenden Symptomen kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen:

•          Adipositas

•          Akne

•          Angstzustände

•          Blähungen/Völlegefühl

•          Bluthochdruck

•          Burn-Out-Syndrom

•          Colon irritabile

•          Depressionen

•          Diabetes

•          Diarrhöe

•          Gefühlsschwankungen

•          Infektanfälligkeit

•          Hautjucken

•          Hormonstörungen

•          Hyperaktivität

•          Kopfschmerzen/Migräne

•          Müdigkeit, chronische

•          Muskel-Gelenkschmerzen

•          Schwindel

•          Übersäuerung

IgG4-Nahrungsmittelcreening

Das IgG4-Nahrungsmittelscreening weist mit immunenzymatischem Einzelnachweis spezifisches IgG4 gegen 20 ausgewählte Nahrungsmittelantigene quantitativ nach.

Dadurch werden ca. 85% der auftretenden Unverträglichkeiten abgedeckt, da viele Kreuzreaktivitäten existieren und bestimmte Nahrungsmittel häufiger zu Unverträglichkeiten führen als andere.

Ausgetestete Nahrungsmittel:

•          Eiklar

•          Kuhmilch

•          Dorsch

•          Weizenmehl

•          Roggenmehl

•          Gerstenmehl

•          Orange

•          Banane

•          Kiwi

•          Erdbeere

•          Sellerie

•          Soja

•          Mohrrübe

•          Tomate

•          Haselnuss

•          Erdnuss

•          Curry

•          Pfeffer

•          Sesam

•          Schweinefleisch


Der IgG4-Screen untersucht Einzelallergene und liefert somit auf direktem Wege konkrete Aussagen über das Vorliegen einer nahrungsmittelinitiierten Unverträglichkeitsreaktion. Der diagnostische Befund des IgG4-Screens erleichtert die Umstellung auf die sich durch den Test ergebende individuelle Ernährung. Das führt zu einer Stabilisierung, denn die oft täglich verzehrten Nahrungsmittel führen zu einer Dauerbelastung und einer chronischen Schädigung der Darmschleimhaut.

Anzumerken ist, dass nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien bei Patienten unter fünf Jahren selten vorkommen. Hier ist allein die Bestimmung spezifischer IgE-Werte sinnvoll.

Da das „Phänomen Übergewicht“ ursächlich mit bestimmten IgG4-Antikörperreaktionen zusammenhängen kann, lassen sich durch Kenntnis von Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel ggf. auch gezielte therapeutische Maßnahmen für eine kontrollierte Gewichtsreduzierung entwickeln.

Kostenpauschale:

Der IgG4-Screen kostet 60,33 € (1,15facher Satz GOÄ)

 

Den Untersuchungsauftragsbogen können Sie hier herunterladen.

Jeder Patient erhält eine Informationsmappe zu den 20 getesteten Nahrungsmitteln (z.B. Vorkommen, Kreuzreaktivitäten, etc.)

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis:

Die Firma mentop Pharma e. K., Georg-Ohm-Str. 6, 24837 Schleswig, 04621-95960, Fax 04621-959620 bietet im Rahmen der Nutri-Isotherapie eine speziell auf den Patienten abgestimmt Nosode aus individuell zusammengestellten Lebensmitteln zur Umstimmung und Entgiftung bei Nahrungsmittelallergien vom Typ 3 an.

Informationen zur Herstellung der Nosode und Kosten erhalten Sie unter der angegebenen Telefonnummer von mentop Pharma.