

Die Diagnose und die Verlaufskontrolle entzündlicher Darmerkrankungen wird normalerweise über Blutuntersuchungen und vor allem endoskopische, radiologische und histologische Verfahren durchgeführt. Die Invasivität dieser Verfahren belastet den Patienten stark und so wurde schon länger nach Alternativen zu diesen Untersuchungen gesucht. Bei entzündlichen Darmerkrankungen wird das Darmepithel zerstört und dadurch die Integrität und die Funktion des Darmes stark beeinträchtigt. Über eine Bestimmung von Markerproteinen lassen sich histopathologische Rückschlüsse auf das Geschehen im Darm ziehen.
Das Lysozym ist eine basische Glucosidase. Es ist ein Bestandteil der unspezifischen Körperabwehr und damit wesentlich an der Aufrechterhaltung der mukosalen Barrierekapazität und - integrität beteiligt. Lysozym wird durch Granulozyten, Monozyten und Makrophagen gebildet und bei Entzündungsreaktionen in den Darm abgegeben. Hier entfaltet es durch die Zerstörung von Mukopolysaccharidkomplexen Gram-negativer Bakterien eine antimikrobielle Wirkung. Erhöhte Lysozymkonzentrationen lassen sich im Stuhl bei Morbus Crohn und Colitits ulcerosa und bei viral, bakteriell, allergisch oder autoimmun verursachten Darmentzündungen nachweisen.
Der Wert sollte im Stuhl unter 600 ng/ml liegen. Der Nachweis kostet 14,57 EUR.