Glossar

Adhärenz
heißt die Fähigkeit von Mikroorganismen an Epithelien oder anderen biologischen Geweben anzuheften um sich dort gegebenenfalls anzuheften und zu penetrieren.

Arthrosporen
sind Gliedersporen, die gegeneinander durch eine oder mehrere Septen abgegrenzt sind.

Ascosporen
Diese geschlechtlichen Sporen entstehen endogen durch freie Zellbildung und können Strukturen wie Schläuche, Kugeln, Spindeln und Zylinder entwickeln.

Autochton
An Ort und Stelle bzw. ohne äußere Einwirkung entstanden.

Blastosporen
sind Sproßzellen (Knospungssporen) und keine Sporen im Sinne sexueller Vermehrung.

Sie dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung der Hefen.

Fadenförmig aneinanderhängende Blastosporen heißen Pseudofaden, ein Geflecht von Pseudofäden heißt Pseudomycel.

Chlamydosporen
Dickwandige Dauersporen, mitunter sehr charakteristisch.

Sie lassen sich für die Artbestimmung verwerten, z. B. bei Candida albicans

Endotoxintranslokation
Pathogene Mikroorganismen produzieren in der Darmmukosa Toxine, die im Sinne einer Diffusion oder einer Persorption durch die Darmwand hindurch in die Blutbahn gelangen.

Diesen Vorgang nennt man Translokation.

Eradikation
heißt durch Therapiemaßnahmen erreichte Ausrottung von pathogenen Krankheitserregern.
fakultativ pathogen: Die variable Möglichkeit Virulenzfaktoren zu bilden und damit pathogen zu sein.

Bei Nichtbildung von Virulenzfaktoren sind die Keime apathogen.

Favus
Eine meist auf die behaarte Kopfhaut beschränkte Pilzifektion welche durch Trichophyton schönleinii hervorgerufen wird. Der Begriff entstammt der lateinischen Sprache und bedeutet Honigwabe, womit ein Eindruck für das Aussehen der charakteristischen Kopfhautbelege gegeben wird. Oft führt die Krankheit zu dauerhafter Kahlköpfigkeit.

Im Volksmund ist sie auch unter dem Namen Erbgrind bekannt.

Imperfekte Hefen
Hefen die sich ungeschlechtlich vermehren und keine Sexualsporen bilden.

Inoculum
Kleine Menge einer Suspension von Mikroorganismen, hier im Sinn von Menge an infektösen Pilzsporen.

Leukonychia trichophytica
Bei einer Nagelmykose auftretende Symptomatik, gekennzeichnet durch weißliche bis gelbe Verfärbung des seitlichen Nagelfalzes.

Makrokonidien
Mehrzellige Sproßzellen.

Mikrosporie
Mykose der behaarten Kopfhaut durch verschiedene Arten aus der Gattung Mikrosporum.

Auf dem Kopf entstehen große rundliche Befallsherde, die wie mit Asche bestäubt aussehen. Die Haare brechen im Herdbereich einige Millimeter über der Haut ab. Die Erreger sind sehr infektiös.

Primäre Infektionsquellen sind in erster Linie Hunde und Katzen.

Mycel
Geflecht aus Pilzfäden.

Das vegetative Mycel dient zur Ernährung, das fruktifizierende Mycel der Vermehrung.

Parasitische Phase
Lebensabschnitt eines Keimes, in dem er als Parasit gegenüber dem Wirt auftritt.

Perinomodisch
Vom Zentrum nach außen sich verbreitend unter Abheilung des Zentrums.

Permeabilität
Durchlässigkeit, z. B. durch die Darmwand.

Prävalenz
Bevorzugung, z. B. eines Epithelgewebes oder eines anderen Biotopes.

Piedra (weiße)
Eine Pilzinfektion der Haarschäfte mit Ausbildung harter knotiger Auflagerungen.

Weiße Piedra wird durch einen Hefepilz, schwarze Piedra durch einen Schimmelpilz hervorgerufen. Weiße Piedra kommt in den subtropischen und gemäßigten Zonen vor, in Europa ist sie selten.

Der Erreger der weißen Piedra ist der Hefepilz Trichosporon cutaneum.

Pseudomycel
Pilzgeflecht aus Pseudofäden.

Pustulös
Hauteffloreszenzen, bei denen es zu einer Ausbildung von Pusteln kommt, d. h. mit Eiter gefüllte Hohlräume. Sie können unmittelbar entstehen, so als primäre Pusteln bei der Psoriasis pustulosa. Häufig entwickeln sich Pusteln aus Bläschen und Blasen sekundär durch Eintrübung des primär serösen Inhaltes (Eiterbläschen, Eiterblase, z. B. bei Impetigo). Diese Pusteln enthalten dann Eitererreger.

Saprophyten
Lebewesen, die abgestorbene Organe und Substanzen als Nahrung verwerten, z. B. Pilze. Saprophytisch und pathogen sind keine Gegensätze. Auch Saprophyten können Kranheiten verursachen.

Squamös-hyperkeratotisch
Ein Begriff aus der Effloreszenzenlehre der Dermatologie beschreibt Schuppen, die durch festsitzende Hornmassen gebildet werden.

Sprossung
Ein Teil der Zellwand der Mutterzelle löst sich lokal auf. Danach wächst ein Teil des Zellinhaltes heraus und bildet eine Tochterzelle. Dies ist die typische Wuchsform für Hefen, die sich aber auch bei anderen Pilzen findet.

Taxon
Systematische Kategorie, z. Art, Gattung, Familie, etc.

Tinea versicolor
Oberflächliche, nicht entzündliche Pilzerkrankung durch den Hefepilz Malassezia furfur. Die Erkrankung ist in subtropischen und tropischen Klimazonen bei Behinderung der Abdunstung der Haut durch Kunstfaserwäsche und bei mangelhafter Hygiene häufig. Besonders häufig ist die Dermatose anzutreffen in talgdrüsenreichen Arealen wie Brust und Rückenmitte. Die Herde zeigen meist eine kleieförmige Schuppung.

Vesiculös
Reich an Bläschen.

Zoophile Dermatosen
sind Hauterkrankungen, die natürlicherweise zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden (vgl. Zoonose), wie Brucellose, Enteritis-Salmonellose, Milzbrand, Q-Fieber, Tollwut, etc.