

In dem Artikel "Fuß- und Nagelmykosen” nannte ich eine Rezeptur zur Schuhdesinfektion mit Formalinlösung (auch Formaldehyd-Lösung genannt). Verschiedene Leser monierten, dass diese Lösung nicht in der Apotheke erhältlich sei. Dazu ist folgendes zu sagen: Sowohl 3,5%ige Lösung (Fa. Otto Frischa, 1Liter ca. 2 €) als auch 35%ige Lösung ( 1 Liter ca. 3 €) sind über die Apotheken zu beziehen.
Folgende Desinfektionsmöglichkeiten sind beschrieben:
1.: 10%ige Formalinlösung auf einen Lappen gießen und die Schuhe mit dem Lappen 48 Stunden in einem fest verschlossenen Plastiksack außerhalb der Wohnräume desinfizieren. Danach die Schuhe 48 Stunden lüften.
oder
2.: 3%ige Formalinlösung 76 Stunden auf die gleiche Weise verwenden.
Die Empfehlungen stammen unter anderem von Dr. Reinel, Hamburg, Dr. Tietz, Berlin oder auch Herrn Dr. Haneke. Formalin ist ein starkes Desinfektionsmittel mit größter Effizienz gegen Hautpilze. Die beschriebene Prozedur kommt dem Zustand der Gassterilisation nahe. Doch viele Apotheker geben das Formalin nicht oder ungern ab, da es ein starkes Zellgift ist und bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitliche Schäden verursachen kann.
Insbesondere das Sensibilisierungsrisiko ist zu beachten.
Da die Gefahr eines unsachgemäßen Gebrauches dringend beachtet werden muss, habe ich mich an das Robert-Koch-Institut in Berlin gewandt, die mir folgendes mitteilten: Die Desinfektion von Schuhen stellt praktisch ein ungelöstes Problem dar. Thermische Verfahren können aufgrund der Materialeigenschaften der Schuhe kaum angewendet werden. Bei einer chemischen Desinfektion stören in der Regel die Rückstände von Wirkstoffen. Bei der von mir beschriebenen Methode, die als wirksam gilt, können bei unsachgemäßem Gebrauch gesundheitliche Risiken, insbesondere Sensibilisierungen nicht ausgeschlossen werden. Günstiger in Bezug auf verbleibende Rückstände sind Wasserstoffperoxid (3%ige Lösung) oder alkoholische Präparate. Bei letzteren ist die Brand- und Explosionsgefahr zu beachten.