

Aktivurlauber, die im Urlaub durch Wald und Flur streifen wollen, sind sich häufig nicht des gesundheitlichen Risikos von Zeckenbissen bewusst.
Trotz aller Schutzmaßnahmen (körperbedeckende Kleidung, Repellents etc.) kommt es bei Aufenthalten in Wäldern und Ufergebüschen von Flüssen und Seen sowie auch im häuslichen Garten (!) immer wieder zu Zeckenbissen. Zecken übertragen zwei ernstzunehmende Krankheiten:
Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose.
Während das Risiko der durch Viren ausgelösten FSME auf sogenannte Endemiegebiete beschränkt ist, lauert die Gefahr einer Übertragung des bakteriellen Erregers der Borreliose (Borrelia burgdorferi) durch Zecken praktisch überall. Für Deutschland gibt es bisher noch keine sicheren Daten über die Borrelien-Durchseuchung von Zecken (wie in den USA), sie wird regional unterschiedlich mit 15-30% angegeben, stark steigende Tendenz auch außerhalb Bayerns.
Es ist leider ein Irrglaube, die Zecken seien harmlos. Auch in Schleswig-Holstein sind in über 60% der Zecken Borrelien nachweisbar! Da die Borreliose in Deutschland nicht meldepflichtig ist, sind genaue Zahlen über die Erkankungshäufigkeit nicht bekannt. Das Erkrankungsrisiko nach einem Zeckenbiss wird auf 0,5% geschätzt, mit stark steigender Tendenz. Beim Stich einer nachweislich mit Borrelien befallenen Zecke ist mit einer Übertragungsrate von ca. 28% zu rechnen. Nach Aufenthalt in Wald- und Unterholzbereichen ist also dringend anzuraten, den Körper nach Zecken abzusuchen und diese so schnell wie möglich von der Haut zu entfernen, denn: nach der Blutmahlzeit der Parasiten vermehren sich Borrelien (und FSME-Viren) offenbar rasant, und das Risiko der Borrelien-Übertragung ist umso größer, je länger die Zecke Blut saugt, z.B. 5-6 Stunden.
Epidermiologischen Studien zufolge sind von Menschen entfernte Zecken deutlich häufiger Erreger-positiv als die von Büschen oder Gräsern abgesammelten Tiere.
Jede vom Körper entfernte Zecke sollte auf das Vorhandensein von Borrelien untersucht werden.
Nur so ist eine eventuell erforderliche Antibiotika-Prophylaxe möglich, die die durch Borrelien verursachten Krankheiten verhindert.
Symptome und klinischer Verlauf einer Borreliose (vgl. Dtsch. Ärzteblatt 12/2002):
Der Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit Borreliose-Bakterien kann sehr unterschiedlich sein. Neben der Hautrötung treten in der Frühphase eher unspezifische Krankheitszeichen auf, die mit Müdigkeit, Unwohlsein, Schwindelgefühl, Konzentrationsschwäche, Schweißausbrüchen und Lymphknotenschwellungen einhergehen können. Der Betroffene klagt über „grippeähnliche“ Symptome.
Wird die Borreliose in diesem ersten Stadium nicht mit Antibiotikum behandelt, kann sie nach Wochen bis Monaten in ein chronisches Stadium übergehen. Dieses zeichnet sich durch Störungen des Nervensystems aus. Es kommt zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühlen, Brennen und Kribbeln in den Extremitäten. Auch Lähmungserscheinungen kommen vor.
Wird der Herzmuskel befallen, können Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen auftreten. Eine nicht behandelte Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann zu einer chronischen Herzmuskelschwäche führen. Noch Monate bis Jahre nach einem Zeckenbiss kann eine Borreliose in ein Spätstadium übergehen. In erster Linie treten dann chronische Hautveränderungen auf. Besonders betroffen sind Hand- und Fußrücken, Knie und Ellbogen. Gelenkentzündungen, Muskelentzündungen und starke Kopfschmerzen erinnern an rheumatische Beschwerden. Daneben bilden sich selten Entzündungen in Gehirn und Rückenmark. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen können sich durch Zeckenstiche mit Borreliose-Erregern infizieren.
Durch Blutuntersuchungen können Antikörper nachgewiesen werden, die die Infektion beweisen und die Diagnose sichern. Da der Körper zur Antikörperbildung jedoch eine Anlaufzeit von mindestens 2 Wochen benötigt, versagt diese Methode im Frühstadium.
Unser neu entwickelter Test schließt diese problematische diagnostische Lücke.
Statistik und Zahlen:
Zeckengefahr: ab 10° Celsius, Risikozeiten: April bis September
Zecken in Risikogebieten: 20-30% der Borrelioseträger (Spitzenwerte bis 70% kommen vor)
1-2% der FSME-Träger
Jährliche Erkrankungsrate: Borreliose (D) 30.000 bis 80.000 (Schätzungen da nicht meldepflichtig),
FSME (D): ca. 800
Wie geht man diagnostisch vor:
Entfernen von Zecken
Zum Entfernen von Zecken eignen sich spezielle Zeckenzangen (in der Apotheke erhältlich) oder Pinzetten mit einer breiten Angriffsfläche. Es ist wichtig, die Zecke möglichst nahe an der Haut zu ergreifen. Man sollte dabei nur leicht auf die Zecke drücken und die davor nicht mit Öl oder Klebstoff behandeln. Die Zecke dann bitte vorsichtig herauszudrehen.
Der Transport
Der Transport oder Versand (per Post) der Zecken sollte in einem verschließbaren Röhrchen (z.B. Stuhlprobenröhrchen, ohne Zusätze wie z.B. Alkohol!) erfolgen.
Die Untersuchung auf Borrelien in Zecken wird mit einer PCR-Diagnostik durchgeführt.
Sind in der Zecke Borrelien nachweisbar, kann eine prophylaktische Antibiotikagabe viel eher und gezielt erwogen werden. Ein negatives Ergebnis schließt ein Infektionsrisiko nicht 100%ig aus (da andere, nicht entdeckte Zecken gebissen haben können), es sollte daher zu weiteren Beobachtung auf etwaige Rötungen veranlassen.
Therapiehinweise:
Es ist sinnvoll, beim Aufenthalt in Gebieten mit hoher Borrelien-Inzidenz eine vorbeugende Immunmodulation mit Betaglucanen durchzuführen.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung!
Kosten: GOÄ, Position 4783 und 4785, 1-facher Satz: 39,00 €