Die latente Azidose


Große Probleme unserer Zeit sind die Übersäuerung der Erde, der saure Regen und das Waldsterben. Inmitten dieser Welt steht der Mensch, bedroht von vielerlei Umwelteinflüssen.

Es war der Arzt und Biochemiker Friedrich Sander, der 1953 bahnbrechende Erkenntnisse im
Säure-Basen-Haushalt veröffentlichte. Dem Säure-Basen-Haushalt wird seitdem eine zentrale Rolle in vielen Stoffwechselprozessen zugesprochen.

Als latente Azidose bezeichnet man den Zustand, bei dem die basischen Pufferreserven im Blut schon teilweise verbraucht sind, es aber noch nicht zu einer pH-Veränderung gekommen ist. Dieser Vorgang und vor allem die damit verbundene Entmineralisierung haben zwar nicht die gleiche pathogene Potenz wie eine manifeste Azidose, dennoch kommt es zu einer Vielzahl von äußerst variablen und diffusen klinischen Bildern, wie Konzentrationsschwäche, chronische Müdigkeit, häufige Neuralgien, Allergien, Karies, brüchige Haare und Nägel, Sodbrennen, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Rheuma. Auch bei einer Tumorerkrankung ist immer eine Übersäuerung zu messen; als ein Therapieschritt ist grundlegend die Entsäuerung anzustreben.

Therapeutisch ist auf die Entstehung der latenten Azidose das Hauptaugenmerk zu richten. Durch ihre Berücksichtigung in der Therapie ist eine kausale Behandlung möglich. Die Entstehungsmechanismen können endogen oder exogen sein. Besonderes Augenmerk ist hier auf die Wechselwirkung zwischen der Übersäuerung und dem Pischinger-Grundsystem und die damit verbundenen Störungen der informatorischen Transitstrecke zu richten.